Workshops

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  • Workshop 1: Decolonize your Veranstaltung(splanung)


    (Vortrag von Noah Sow)

    Decolonize your Veranstaltung(splanung)

    (Vortrag von Noah Sow)

    Auch Aktivist_innen unterlaufen planerische Automatismen, die mit ihren politischen Zielen nicht im Einklang sind. Im Input betrachtet Noah Sow das Gerüst verschiedener klassischer Unhinterfragtheiten aktivistischer/kultureller/künstlerischer Veranstaltungsunternehmungen. Durch die Sichtbarmachung und den anschließenden Erfahrungsaustausch werden Vor- und Nachteile identifiziert, analysiert und Raum eröffnet für bewusstere und neue kuratorische/veranstalterische Experimente und Freiheiten.

  • Workshop 2: Bündnisse, Solidarität und Karma


    Visionen einer nachhaltigeren, unabhängigen und verantwortungsbewussten Kulturarbeit

    (mit Elisabeth Voss und Van Bo Le-Mentzel)

    Bündnisse, Solidarität und Karma: Visionen einer nachhaltigeren, unabhängigen und verantwortungsbewussten Kulturarbeit

    (mit Elisabeth Voss und Van Bo Le-Mentzel)

     

    Vor allem Kulturarbeiter_innen, die sich im Kulturbetrieb und der Förderlandschaft mit Ausschlüssen konfrontiert sehen, üben ihre Tätigkeiten häufig unter prekären Bedingungen aus. Wie können solidarische Bündnisse und alternative Strategien dabei helfen, kritische Kulturarbeit nachhaltiger und unabhängiger zu gestalten? Dieser Frage gehen Elisabeth Voss und Van Bo Le-Mentzel in zwei unterschiedlichen Inputs nach:

     

    Allein machen sie dich ein (Input und Kurzworkshop mit Elisabeth Voss)

    Wie können Kulturpraktiker_innen gemeinsam ihre Situation verbessern? Der Ausgangspunkt ist oft die Unzufriedenheit mit dem Bestehenden, aus der ein Impuls zur Veränderung erwächst. Aber was brauche ich, was wünsche ich mir ganz konkret? Was könnten meine nächsten Schritte sein, um dem – gemeinsam mit anderen – näher zu kommen? Nach einer kurzen Einführung ins Thema möchte ich euch beim Austausch über diese Fragen begleiten. Wir werden ein paar einfache Methoden verwenden, die ihr auch selbst nutzen könnt, wenn ihr euch mit anderen zusammen tut. Vielleicht trefft ihr ja Verabredungen, vielleicht kann ich einige eurer Fragen beantworten, vielleicht nehmt ihr einfach ein paar neue Ideen mit …

     

    Leadership mit gutem Karma - drei Regeln für Veranstalter, Gründer und Teamer, um ein Projekt zu wuppen ohne Burnout, bösen Druck und mit sehr wenig Geld. (Input und Diskussion mit Van Bo Le-Mentzel)

     

    Der Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel produziert weltweit mehrere hundert Möbel. Und das ohne Mitarbeiter, Lager, Kapital und Büro. Außerdem leitet er eine Schuhproduktion nach einem ähnlichen Prinzip und hat die Bildungskonferenz www.dclass.de und die Outdoor-Uni Open Schoool in Wien ins Leben gerufen. Wieder ohne Plan, Budget, Mitarbeiter und strenge Hierarchien. Le-Mentzel, Sohn einer Flüchtlingsfamilie, setzt auf Vertrauen und die Kraft der Freiwilligen und nennt diesen Führungsstil Crowducing. In diesem Vortrag verrät Le-Mentzel die drei goldenen Regeln, wie jeder besseres Karma in seine Projekte bringen kann.

  • Workshop 3: Kreativer Widerstand und Empowerment in der Kunstwelt


    (mit Raju Rage und Marissa Lobo, auf deutsch und englisch)

    Kreativer Widerstand und Empowerment in der Kunstwelt | Creative Resistance and Empowerment in the Arts

    (mit Raju Rage und Marissa Lobo)

    in German and English

    The German cultural landscape provides a comparatively generous funding structure for artists and others working in the Arts. However, those resources are not equally accessible to everyone. Thus, the question remains: Is it possible to turn these exclusive structures into frameworks within which perspectives of resistance can not only be expressed but acted on? Is it beneficial for critical positionalities to make use and collaborate with dominant institutions and can they go so far as to transform them? What would such a transformation look like?
    In his work, Raju Rage has been dealing with intersectional forms of exclusion in the British arts scene, the Black Arts Movement gap, but also strategies of visual resistance that can be used to fill these in.
    As coordinator of the maiz Cultural Department (maiz - Autonomous Center for and by Migrant Women), Marissa Lobo conceptualizes mainly performative projects. She is a member of the executive team of Kültür Gemma, a project that supports cultural work and arts by migrants in Vienna. Marissa’s projects brought about path breaking strategies for the empowerment of marginalized perspectives.  
    Together with the participants, Marissa and Raju will tackle theory and practice of cultural work of resistance.

    Die Kulturlandschaft in Deutschland verfügt über ein großzügiges Angebot an Fördermöglichkeiten für Kulturarbeiter_innen, zu denen jedoch nicht alle gleichermaßen Zugang haben. Inwiefern können im Rahmen dieser vorhandenen aber häufig ausschließenden Strukturen widerständige Perspektiven nicht nur ihren Ausdruck sondern auch ihre Verwirklichung finden? Können tatsächlich kritische Positionen sich diese Institutionen zunutze machen oder sie sogar verändern? Wie sollten diese Veränderungen aussehen? Raju Rage hat sich unter anderem mit den intersektionalen Formen des Ausschlusses in der Kunstszene in Großbritannien, den Leerstellen des Black Arts Movement aber auch mit visuellen widerständigen Strategien, die diese Leerstellen markieren können auseinandergesetzt. Als Koordinatorin der Kulturabteilung des Vereins maiz – Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen entwickelt Marissa Lobo vornehmlich performative Projekte. Sie ist Teil des Leitungsteams der Kültür Gemma, einem Projekt zur Förderung migrantischer Kultur- und Kunstproduktion in der Stadt Wien. Ihre Projekte haben wegweisende Strategien entwickelt, wie marginalisierte Perspektiven gestärkt werden können.
    Gemeinsam mit den Teilnehmer_innen sprechen die beiden  über Theorie und Praxis widerständiger Kulturarbeit.

    Knowledge Production and Creative Resistance: 'negotiating institutions/ creating structures/ claiming spaces through radicality and collectivity' (Input in English language by Raju Rage)

    Wissenskreation und kreativer Widerstand: ‘Institutionen verhandeln/ Strukturen herstellen/ Raum fordern durch Radikalität und Kollektivität’

    A queer and trans artist community of colour perspective using theory of what we are dealing with (problems) and contextual examples (strategies) from my own and collective work and organisation.

    Eine queere, trans-künstlerische community of color Perspektive, vermittelt durch die Theorie dessen, mit dem wir es zu tun haben (Probleme), und kontextuelle Beispiele (Strategien) aus meiner eigenen und kollektiven Arbeit und Organisation.

    Mentorship - Support and Empowerment for marginalised artists (Input in German / translated into English by Marissa Lobo)

    Introducing some of her own projects, Marissa Lobo will provide empowerment guidelines which can be used by participants within their individual contexts. In collaboration the group will attempt to transfer Marissa’s longstanding experiences into larger contexts within the cultural sphere.

    Am Beispiel ihrer eigenen Projekte wird Marissa Lobo einige Herangehensweisen detailliert nachzeichnen, um den Teilnehmenden einerseits handlungswirksame Leitfäden für ihre individuellen Kontexte mitzugeben. Andererseits möchten sie das Wissen aus ihren erfolgreichen Projekten Nutzen, um gemeinsam mit ihr und den Teilnehmer_innen Strategien für größere Kontexte anzudenken. http://www.maiz.at/

  • Workshop 4: Stimmen, die (nicht) gehört werden.


    [ein gemeinsamer Workshop von Shut_up and Sign_Speak (Andreas Bittner, Katinka Kraft) & Salaam-Schalom (Adi Liraz, Armeghan Taheri)]

    Stimmen, die (nicht) gehört werden.

    [ein gemeinsamer Workshop von Shut_up and Sign_Speak (Andreas Bittner, Katinka Kraft) & Salaam-Schalom (Adi Liraz, Armeghan Taheri)]

    Wer hat eine Stimme? Wer wird gehört, wer darf sie nutzen und wer wird in der Gesellschaft überhört? Wie können Stimmen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen zusammen finden, um gemeinsam und gleichberechtigt miteinander zu sprechen und gestalten?

     

    Wir haben unterschiedliche Erfahrungen mit der Zusammenarbeit in einer heterogenen Gruppe gemacht. Diese Erfahrungen möchten wir im Workshop mitgeben und zusammen mit euch die Fragestellungen bearbeiten.
    Der Workshop orientiert sich an zwei konkreten praktischen Projekten, die jeweils in ein kollektives Experiment und eine Gruppenarbeitsphase eingeteilt sind. Unser Ziel ist es, die Teilnehmer_innen anzuregen, sich nicht nur ihrer eigenen gesellschaftlichen Stellung bewusst zu werden, sondern auch mit der Stellung der anderen auseinanderzusetzen. Hierdurch soll gezeigt werden, welches Bewusstsein für Aktivist_innen wichtig ist, um eine Allianz mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen zu bilden, die auf Vertrauen basiert und die vielfältigen Stimmen der Gruppe reflektiert, bewahrt und besonders erhebt.  Eine Diskussion und Reflexion schließen den Workshop ab.

  • Workshop 5: Privilegien und Solidarität:


    Verantwortung politischer Kulturarbeit jenseits von Paternalismus und Aneignung

    [Ein Workshop vom Grandhotel Cosmopolis Augsburg und Theater X (Jugendtheaterbüro Berlin & Refugee Club Impulse)]

    Privilegien und Solidarität:

    Verantwortung politischer Kulturarbeit jenseits von Paternalismus und Aneignung [(Ein Workshop vom Grandhotel Cosmopolis Augsburg und Theater X (Jugendtheaterbüro Berlin & Refugee Club Impulse)]

     

    Welche Bedingungen braucht es, um eine erfolgreiche (künstlerische) Zusammenarbeit von Menschen in prekären Lebenssituationen und mit unterschiedlichen rechtlichen Ausgangsbedingungen zu ermöglichen? Wie kann ein gleichberechtigter Arbeitskontext geschaffen und wie können nachhaltige Strukturen aufgebaut werden? Anhand von zwei kritischen Projekten sollen diese Fragen erörtert werden.

    Das Grandhotel Cosmopolis wurde 2013 in Augsburg gegründet und setzt sich aus einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylsuchende, Ateliers und offenen Werkräumen sowie einem Hotelbetrieb mit gastronomischen und kulturellen Angeboten zusammen. In dieser kurzen Zeit entwickelte es sich zum richtungsweisenden Projekt, wie ein produktives Miteinander zwischen Menschen unterschiedlicher Lebenssituationen aussehen kann.

    Das selbstverwaltete Jugendtheaterbüro Berlin stellt sein sich im Aufbau befindendes Kulturzentrum Theater X vor, ein CommUNITY Theater für politische Kunst und Selbstrepräsentation. Gemeinsam mit dem selbstorganisierten Theaterprojekt Refugee Club Impulse werden die Strategien zu Professionalisierung, Kampagnen zur kulturpolitischen Durchsetzung des Vorhabens und künstlerischen Methoden vorgestellt.

  • Workshop 6: Machtkritik in der Ausbildung und darüber hinaus


    (Ein Vernetzungstreffen von Interflugs)

    Machtkritik in der Ausbildung und darüber hinaus

    (Ein Vernetzungstreffen von Interflugs)

    Interflugs - eine selbstverwaltete und von Studierenden geleitete Organisation an der Universität der Künste Berlin – veranstaltet einen Workshop zu „Machtkritik in der Ausbildung und darüber hinaus“. Der Schwerpunkt liegt zum einen auf der Entwicklung von Strategien und Visionen für einen gleichberechtigen Zugang an Hochschulen und zum anderen auf Produktion und Generierung alternativer Wissensformen innerhalb staatlich geförderter Einrichtungen. Ziel ist dabei die gegenwärtige Auffassung der Hochschulen bezüglich der Wissensproduktion und strukturelle Diskriminierungen aufzubrechen und andere Formen der Erkenntnis zuzulassen. Die Erkenntnis fungiert an Universitäten als ein imperiales Instrument der Kolonialisierung, das einer Dekolonialisierung unterzogen werden muss. Insofern wollen wir uns während des Workshops mit mehreren Gruppen zusammenschließen und uns darüberhinaus austauschen, wie man alternative Sprachen, Formen und Methoden des Wissens organisieren, lernen und lehren kann.

    Dieser Workshop ist eine geschlossene Veranstaltung.